«Es isch nöd nume für Buebe da.»

Am letzten Sonntag folgten rund 80 Schülerinnen und Schüler dem Ruf des kleinen weissen Balls in die Sportanlage Utogrund zum Stadtzürcher Tischtennis-Schüeli 2018. Allerdings waren die Schülerinnen krass in der Minderzahl. Warum eigentlich?

In vier Kategorien, U15, U13, U11 und U9 konnten sich die jungen Tischtennis-Athleten nach Buben und Mädchen getrennt mit Gleichaltrigen messen. Während bei den Buben alle Serien gut bis sehr gut belegt waren, gab es bei den Mädchen aus der grössten Stadt der Schweiz kaum mehr Teilnehmerinnen als Kategorien. So kommt man relativ einfach zu einer Goldmedaille und zum Ticket für die kantonalen Meisterschaften.

Mädchen-Powergruppe

Damit es bei den Mädchen überhaupt zu Ballwechseln kam, spielten sie in einer Powergruppe über die Altersschranken hinweg und kürten mit viel Spass am Spiel ihre Siegerin: Naomi Brilliant – nomen est omen. Nicht aufgehoben wurden die Kategorien natürlich für Siegerfotos mit Medaille, denn jede Teilnehmerin hat es verdient, auf dem Siegertreppchen zu stehen. > zu den Resultaten.

Warum sich nicht mehr Mädchen zum Schüeli angemeldet haben, ist den anwesenden Spielerinnen auch ein Rätsel. Ihre Botschaft an alle Mädchen, die zuhause geblieben sind: «Tischtennis isch cool und es isch nöd unbedingt nume für Buebe da. Und me muess au nöd immer gwünne, es isch au de Plausch.» Dem ist nichts hinzuzufügen.

Buben im Spielrausch

«Meine Söhne spielen jeden Tag draussen auf dem Steintisch», sagt Oliver Meyhack, selber aktiver Spieler im Tischtennisclub Pinguin, «die wollten unbedingt ans Schüeli und sich mit anderen messen.» So wie Manuel (s. Video unten) und Jan strotzten die Buben in der Halle nur so vor Schmetterball-Energie. Sie kämpften in Vierergruppen ums Weiterkommen. Die beiden Gruppenletzten, mussten aber nicht nach Hause, sondern konnten sich in der Trostrunde noch Ruhm und Ehre erkämpfen und weiterhin Plausch haben. Die beiden Gruppenersten strebten dann im K.o.-Verfahren mit viel Ehrgeiz und Können Richtung Finale. Damit man sich von der Virtuosität der Finalisten und der Faszination des Sports im Kleinen ein Bild machen kann, haben wir zwei Finalspiele aufgezeichnet.

Finalspiel der jüngsten Teilnehmer: Kategorie U9

In den oberen Kategorien waren einige Talente zu bestaunen, die sich bereits im Jugendtraining städtischer Tischtennisclubs entwickeln. Älteren Clubspielern sei geraten sich schon mal warm anzuziehen: Die Jugend drängt von unten nach oben und ist nicht aufzuhalten. Beispielhaft für das Niveau heranwachsende Spielerpersönlichkeiten ist das Spiel zwischen Simon Steinegger und Yves Luder.

Finalspiel der Kategorie U13, spannend bis zum Schluss

Die Tischtennis-Schülermeisterschaften waren nicht nur geprägt von Kampfgeist und Siegeswille, sondern auch von Spass und Fairness. Tischtennis ist eine Sportart, bei der man solche Dinge auch fürs Leben lernen kann. > zu den Resultaten.

Die siegreichen knaben
Wie geht's weiter?

Das kantonale Finale mit den Champions aus Stadt und Gemeinden findet am 27. Mai in der Sporthalle Glärnisch in Wädenswil statt. Aufgeboten werden ca. 10% der Teilnehmenden aus den Zürcher Lokalausscheidungen. Das nationale Finale findet am 3. Juni 2018 in Kirchberg BE statt. Es ist zu hoffen, dass auch hier Zürcher Athleten aufs Treppchen steigen. 

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