Das Material muss zum Spieler, nicht umgekehrt​

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Das Material muss zum Spieler, nicht umgekehrt​

Das Material muss zum Spieler, nicht umgekehrt

In den Sommerferien verspüren viele Tischtennisspieler das Bedürfnis nach materieller Veränderung. Vielleicht lief es in der vergangenen Saison nicht wunschgemäss, oder man erhofft sich mit neuem Material eine schnelle Steigerung seiner spielerischen Qualität. Und dann ist Saison für die Ratschläge von Erich und Renate Pohoralek vom Erra Team in Wettswil.

Erich und Renate Pohoralek, Erra Team, Wettswil

MG: Wieviel Prozent eurer Kunden wechseln in der Zwischensaison ihr Material: anderes Holz, andere Beläge oder beides?

Erich: Da habe ich mich noch gar nie drauf geachtet. In der Regel sagen die Leute einfach, mach mir etwas drauf, gibt es etwas Neues? Und wenn es etwas gibt, wird das ausdiskutiert. Ich will niemandem etwas verkaufen, das er dann nicht spielen kann.

Renate: In diesem Jahr gibt es bedeutend mehr Kunden, die etwas Neues wollen. Das hängt vor allem mit den Plastik-Bällen zusammen. Viele möchten mehr Rotation heraus holen. Und bei den Belägen gibt es neuste Entwicklungen, die das unterstützen.

MG: Was sind die häufigsten Fehler, die der Durchschnittsspieler bei der Wahl des Materials begeht?

Erich: Die guten Wettkampfspieler machen da eigentlich nicht so grosse Fehler. Aber es gibt Hobby-Spieler, die haben manchmal Top-Angriffs-Material drauf und beklagen sich dann, dass sie damit nicht spielen können. Sie glauben, ein so teurer Schläger müsse ja passen, aber das ist ein Irrtum.

MG: Wann sollte ein Spieler an seiner Technik und nicht an seinem Material zweifeln?

Erich: Je nach Technik und auch Schlägerhaltung funktioniert das selbe Material unterschiedlich gut. Wenn ein Spieler über eine gewisse Technik verfügt, dann sollte er das Material nutzen, das seinem Spiel entgegenkommt. Denn es ist schwierig, seine Technik ohne grossen Aufwand umzustellen.

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Fix und sauber

Erich mit seinem bewährten Spezial-Schneider. Die neue Saison kann kommen.

MG: Verschiedene Hersteller kombinieren heute dünnere Gummibeläge mit dickeren  Schwammschichten. Ist das eine substanzielle neue Entwicklung oder bloss eine Marketing-Masche?

Erich: Das mit dem dünneren Ober- und dem dickeren Untergummi hat schon seine Bedeutung. Aber wie es sich auswirkt, ist wahrscheinlich sehr individuell zu beurteilen. Es ist abhängig von den Bewegungsabläufen und vor allem auch vom Schlägerholz. Beim Schlägerholz bestimmt grösstenteils die Mittellage das Tempo des Schlägers; die Aussenfurniere sind da weniger wichtig. Carbonschichten bringen auch noch etwas in Sachen Schwingungsverlauf. Aber das Ballgefühl kommt aus der Mittelschicht.

So gesehen waren Neuerungen in der Vergangenheit, wie etwa die langen Noppen oder der Antitop-Belag, revolutionärer. Es wird stetig an den Hölzern gearbeitet, es wird an den Belägen gearbeitet, aber das in ganz kleinen Schritten.

MG: Wie sieht es bei den Plastikbällen aus? Die sind heute generell viel hochwertiger als bei ihrer Einführung. Ist die Qualitätsspitze schon erreicht, oder geht da noch was?

Renate: Inzwischen sind die Bälle recht gut. Was wir so hören von Leuten, sind sie nun zufrieden damit. 

MG: Zeichnet sich schon ab, welcher Ball sich am ehesten durchsetzen wird?

Erich: Der Preis ist hier ein wichtiges Kriterium, wobei aber viele sagen: ich will den teuersten Ball, der ist der beste. Was man sagen kann: die Bälle mit Naht machen das Rennen. Wenn man einen nahtlosen Ball aufschneidet und misst, sieht man das Problem sofort: da gibt es gravierende Abweichungen in der Randdicke, was bei Rotation natürlich zu einem Wobble-Effekt führt. 

Ich weiss von einem Hersteller nahtloser Bälle, der inzwischen auch Bälle mit Naht herstellt. Irgendwann wird der keine nahtlosen Bälle mehr herstellen, davon bin ich überzeugt. Auch in unserem Katalog findest du kaum mehr nahtlose Bälle. Ich denke, die Nahtlosen haben keine Zukunft.

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